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Die Bewältigung eines ausgebrochenen Brandes gelingt naturgemäß um so schneller, je früher die Löscharbeit beginnt, wenn also das Feuer schon möglichst im Entstehen unterdrückt wird. Bei ihrem Eintreffen auf dem Brandplatze steht der Feuerwehr nur in seltenen Fällen sofort das nöthige Wasser zur Verfügung; auch bei Berufsfeuerwehren vergeht häufig längere Zeit, bevor Wasser gegeben werden kann. Selbst beim Vorhandensein einer Wasserleitung gehen besonders bei Nacht durch das Aufsuchen der Hydranten, die im Winter erst oft von Eis und Schnee befreit werden müssen, sowie durch das Aufsetzen der Hydrantenstandrohre kostbare, für die Feuerlöschung unersetzliche Minuten verloren.

Der nach Angaben des Herrn Provinzial-Feuerlöschinspektors Krameyer zu Merseburg erbaute Universal-Feuerlöschzug soll diesem Umstande abhelfen. Derselbe ist nach folgenden Gesichtspunkten erbaut:

  • Die Feuerwehr soll das für den ersten Angriff erforderliche Wasser selbst mitbringen.
  • Das Gefährt soll vollkommen betriebsfertig auf dem Brandplatze erscheinen
  • Um das in den allermeisten Fällen unnöthige Ausrücken mehrerer Fahrzeuge entbehrlich zu machen, sind alle zur Bekämpfung eines Kleinfeuers nöthigen Geräthe zu einem einzigen Gefährt vereinigt, das somit einen ganzen Löschzug bisheriger Zusammenstellung ersetzt. Demgemäß besteht der neue Universal-Feuerlöschzug aus Mannschaftswagen, Spritze, Wasserwagen, Leitertransportgerüst und Gelassen zur Unterbringung von Sprungtuch, Rauchmasken, Hydrantenaufsätzen und allen sonstigen Löschgeräthen.

Der Universal-Feuerlöschzug besitzt alle diese Vorzüge in vollkommenstem Maße, wie durch eingehende Versuche und Einführung desselben bei Berufsfeuerwehren festgestellt worden ist. Die Spritze wird direkt auf dem Gefährt in Betrieb gesetzt und es bedarf nach dem Eintreffen auf dem Brandplatze nur 40 bis 45 Sekunden, um Wasser im dritten Stockwerk geben zu können, also nicht mehr Zeit, als für das Ersteigen der Brandstelle und Auslegen der Druckschlauchleitung erforderlich ist.

Je nach der Größe speist der Wasserbehälter die Spritze 10 bis 15 Minuten lang. Beide sind durch einen kurzen Gummischlauch mit einander verkuppelt. mittelst einer beigegebenen Saugleitung, die inzwischen an einem zweiten Saugkanal der Spritze angeschraubt wird, kann nach erfolgter Umschaltung weiteres Wasser aus einem Brunnen oder dergl. entnommen werden.

Ein kurz hinter der Spritze in die Druckschlauchleitung eingeschalteter Dreiweghahn gestattet eine Verbindung der Druckleitung des Löschzuges, mit der Wasserleitung oder mit einer später eintreffenden Dampfspritze. Die Umschaltung kann jeden Augenblick durch Drehung des Hahns ohne Betriebsunterbrechung der zuerst ausgelegten Druckleitung erfolgen. Ein gesetzlich geschütztes Mundstück mit 2-3 Oeffnungen von verschiedener Größe trägt diesem Umstand Rechnung.

Sobald die Umschaltung des Löschzugs erfolgt ist, kann derselbe bei Wassermangel als Wasserwagen benutzt, mittelst seiner eigenen Spritze an der nächste Wasserentnahmestelle gefüllt und so zur Herbeischaffung des Wassers für die anderen in Thätigkeit getretenen Löschmaschinen verwendet werden.

Die Spritze des Löschzugs läßt sich auch vom Wagen herabnehmen und wie eine Abprotzspritze durch enge Höfe, Hausflure u.s.w. transportieren.

Im Winter wird die stete Betriebsbereitschaft des Löschzugs durch eine Heizvorrichtung gewährleistet, falls die Temperatur im Depot unter 0o sinken sollte. Ein kupfernes Heizrohr, welches durch eine gewöhnliche Gasflamme oder einen Spiritusbrenner erhitzt wird, durchwindet den aus starkem, verzinktem Eisenblech hergestellten Wasserbehälter. Wenige Brennstunden genügen selbst in den kältesten Nächten, um das Einfrieren zu verhindern.

Der Universal-Löschzug eignet sich in erster Linie für Berufsfeuerwehren zur Besetzung kleinerer Depots, wenn solche durch Einverleibung von Vororten eingerichtet werden müssen und ist zur Bekämpfung von Kleinfeuern vollständig ausreichend. Auch für Hauptdepots leistet er als Angriffsgeräth zur Niederhaltung des Feuers vortreffliche Dienste, bis die etwa erforderliche Dampfspritze bei größeren Bränden betriebsbereit ist. Kleinen, ständigen Wachen in Mittelstädten bietet er so lange alle nöthigen Lösch- und Rettungsgeräthe, bis das Gros der Feuerwehr erscheint. Da der Löschzug sowohl in seiner Zusammensetzung als auch in seinen einzelnen Theilen als Spritze und als Wasserwagen Verwendung finden kann, so kann er allen Groß- und Mittelstädten mit Recht als vorzügliches Universal-Löschgeräth bestens empfohlen werden.

Der Universal-Feuerlöschzug wird in 4 Größen auf Tragfedern und vollständig eisernem Wagenbau auf das Solideste ausgeführt. Kräftige Hebel- oder Spindelbremsen an beiden Hinterrädern, Kothbleche, Glocke, 2 Schlauchwinden, sowie die bei betr. Spritze vorgesehenen Theile gehören zur Ausrüstung.


Ausführung A.

Spurbreite ca. 1700 mm. 8-10 Sitzplätze. Inhalt des Wasserbehälters ca. 2000 Liter. Zylinderdurchmesser der Spritze 115 mm; Leistungen derselben vergl. Nr. 111 des Katalogs. Gewicht einschl. 2000 Liter Wasser, Leitern und sonstiger Geräthe ca. 4400 kg.


Ausführung B.

Spurbreite ca. 1600 mm. 8 Sitzplätze. Inhalt des Wasserbehälters ca. 1000 Liter. Zylinderdurchmesser der Spritze 100 mm; Leistungen derselben vergl. Nr. 108 des Katalogs. Gewicht einschl. 1000 Liter Wasser, Leitern und sonstiger Geräthe ca. 2900 kg.


Ausführung C.

Spurbreite ca. 1365 mm. 6-8 Sitzplätze. Inhalt des Wasserbehälters ca. 1000 Liter. Zylinderdurchmesser der Spritze 85 mm; Leistungen derselben vergl. Nr. 105 des Katalogs. Gewicht einschl. 1000 Liter Wasser, Leitern und sonstiger Geräthe ca. 2450 kg.


Ausführung D.

Spurbreite ca. 1365 mm. 6 Sitzplätze. Inhalt des Wasserbehälters ca. 750 Liter. Zylinderdurchmesser der Spritze 75 mm; Leistungen derselben vergl. Nr. 148 des Katalogs. Gewicht einschl. 750 Liter Wasser, Leitern und sonstiger Geräthe ca. 2050 kg.

Es erübrigt noch einen Vergleich des Universal-Löschzugs mit ähnlichen Anordnungen, bei denen Kohlensäure zur Verwendung kommt, anzustellen. Betreffs der Inbetriebsetzung ist zu bemerken, daß bei beiden Anordnungen nicht mehr Zeit vergeht, als zum Auslegen der Druckschlauchleitung unbedingt erforderlich ist, daß somit in dieser Beziehung bei beiden nichts zu wünschen übrig bleibt.

Das Gewicht des Kohlensäurelöschzuges ist in Folge der durch die hohe Spannung der Kohlensäure bedingten Stärke und Schwere des Wasserbehälters u. s. w. bedeutend größer und das Gefährt somit weniger manövrirfähig. Ferner besteht zu zufolge der hochgespannten Kohlensäure die Gefahr einer Explosion, die besonders durch schnelles Fahren über schlechtes Pflaster noch erhöht wird. Auch bezüglich der Anschaffungs- und Unterhaltungskosten dürfte der Vergleich entschieden zu Gunsten des Universal-Feuerlöschzugs ausfallen.

gez. H. Bräunert,

Fabrikant von Feuerlöschmaschinen zu Bitterfeld

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